Blockchain: Bitcoin und Co

    • Blockchain: Bitcoin und Co

      BlockChain: Bitcoin und Co

      Ich habe nie verstanden wieso BlockChain als neue Technologie bezeichnet wird. Seit langem gibt es PeertoPeer Protokolle für Tauschbörsen, altebkanntes Bittorent und Co, was zwar nicht genau dasselbe ist, aber vom Prinzip her ähnelt..oder das SETI Projekt, wo Privatrechner an Datenanalysen rechnen und das Ergebnis hochgeladen und zusammengefügt wird. Seis drum, BlockChain als Begriff Hyped grad so ziemlich, die Versprechen sind gross, auch wenn man oft nicht so genau verstehen kann was denn darunter zu verstehen sei, der grosse Nutzen auch real da sein wird.

      Was mich persönlich interessiert; wer von euch Kennntisse zum Bitcoin System hat. Ich verstehe das Konzept nicht im Detail, habe aber einen interessanten Artikel gelesen, der unten verlinkt ist, dazu gleich mehr.

      Auf das Thema packte mich erst, als ich zufällig mit einer Person die acht Grafikkarten Zuhause 24h am Tag laufen lässt mich unterhielt. "Er mache dies für das Bitcoin Netzwerk" Auf die Frage hin was dies ihm bringe, warum er das tue, kam die Antwort "Geld". Er hat sich die Rechnung gemacht was eine Killowattstunde Strom kostet und offenbar rentiert sich diese Vorhaben finanziell. So lässt er Tag und Nacht seine Grafikkarten rechnen, um damit virtuelles Geld zu erschürfeln. Er ist ein sogenannter "Miner".

      "Mining?" Als ich das hörte dachte ich instinktiv an ein Computergame wie z.B. Command & Conquer, Harverster die virtuelles "Spice" abernten. So albern es klingt, so weit daneben ist das gar nicht. Miner generieren sog. Ether, was letztens Bitcoins werden, also durch Rechenpower wird eine virtuelle Währung erscheffelt. Da stellte sich mir die Frage was nebst Profit der Nutzen/Aufwand, dies der Welt bringt wenn der Strombedarf steigt.

      Nun wie gesagt, bin ich nach etwas Suchen u.a. auf diesen Artikel gestossen: http://www.fr.de/wirtschaft/bitcoin-stromfresser-bitcoin-a-1399284
      das Bitcoin-System so viel Energie schluckt, liegt an seiner Konstruktion. Die Internet-Währung wird nicht wie normales Geld von Notenbanken ausgegeben, sondern digital erschaffen, im Digi-Sprech „geschürft“, und dann börsenähnlich gehandelt. Das Geld entsteht, in dem die „Schürfer“ (miners) die Bitcoins über ein mathematisches Konstrukt generieren. Sie müssen dafür die gesamte Kette der bisherigen Transaktionen dokumentieren, wodurch der Aufwand mit jedem neu geschaffenen Bitcoin höher wird.
      ..
      Damit wird immer mehr Rechenleistung eingesetzt, die Anforderungen an die Hardware steigen – und eben auch der Stromverbrauch. Das weltweite Bitcoin-Computernetzwerk verwaltet die Konstrukte in der sogenannten Blockchain.
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      Bereits für eine einzige Bitcoin-Transaktion, von der täglich rund 300 000 stattfinden, sind nach Berechnungen des Digiconomist-Experten Alex de Vries 225 Kilowattstunden Strom nötig; damit lässt sich ein Kühlschrank zwei Jahre lang betreiben.
      Ich bin nun kein speziell ausgeprägtes ÖKO-Individuum, aber ist das nicht absolut irre? 225 kWh für eine einzige Transaktion??? In Zeiten wo alles umweltfreundlicher werden soll? Rechenzentren die nach mathematischen Konstrukten virtuelles Geld schürfen und Megawatts verheizen? Gehört das nicht sofort verboten?!
      Das „Bitcoin-Mining“ geschieht vor allem in großen Rechenzentren. Professionelle Schürfer betreiben die Serverfarmen, die dafür nötig sind, üblicherweise in Ländern mit sehr niedrigen Stromkosten – die meisten stehen in China, vor allem in der Südprovinz Sichuan, wo Wasserkraftwerke die Elektrizität liefern, und in der Nähe der Kohlekraftwerke in der Inneren Mongolei. Das Geld-Schürfen ist daher mit hohen Emissionen verbunden, die Umwelt- und Klimabelastung steigt durch die Krypto-Währung an, was natürlich Kritik hervorruft.
      Kohlekraftwerke für Bitcoin Generierung. Gäbe es das klassische Geldsystem nicht mehr, also nur noch ein weltweites Bitcoin System indem alle Transaktionen laufen, bräuchten wir mehrere Planeten d.h. die Weltweite Energieproduktion würde dafür nicht ausreichen um ein solches Bitcoinnetzwerk zu betreiben! Danke Blockchain, danke Profitgier? Ist das nicht der reine Wahnwitz?

      Dieser Beitrag wurde bereits 9 mal editiert, zuletzt von _Mayday_ ()

    • Für mich ergeben sich folgende Schlussfolgerungen:

      1. Das Gegenwärtige Bitcoin-Konstrukt ist skalierungs-untauglich kann/darf im grossen Massstab nicht funktionieren..es sei denn wir wollen etwas das uns am Ende killt.

      2. Wenn alle anderen Blockchain basiert so sind wie Bitcoin und sich durchsetzen, können wir ebenfalls gleich einpacken.

      3. Die Finanzbranche ist zu mächtig, die Interessen der Staaten mitzumischen zu gross, als ob ein solches System ohne Einbezug derer langfrisitg geduldet werden wird.

      Auf kurz oder lang, Bitcoin wird fallen, die Frage ist nur wann. Was denkt ihr? Kennt sich wer etwas damit aus?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von _Mayday_ ()

    • _Mayday_ schrieb:

      richtiges physisches Geld,
      Ha ha das ist ja wohl schon lange abgeschafft oder was soll ein billiges Stück Papier auf dem ein weit höherer Wert aufgedruckt ist denn anderes sein als ein Bitcoin. Da ist genausowenig ein realer Gegenwert spätestens seit es keine Golddeckelung mehr gibt. Die Frage ist nur die Reglementierung da hat man bisher im Falle Bitcoin halt geschlafen, das spricht aber nicht automatisch gegen so ein System das unweigerlich in naher Zukunft kommen wird bzw. man die Anfänge ja schon sieht in vielen Läden wo man per Handy oder automatischen Kassen ohne Personal schon zahlen kann. Ob das Bitcoin sein wird wohl kaum, was den Bonzen da ja sauer aufstößt ist daß das ne Art Weltwährung wäre, da will ja lieber jedes Land weiter sein eigenes Süppchen kochen und die Kontrolle haben. DAS ist denen jetzt aufgefallen, daß dazu Bitcoin der ihnen Lichtjahre voraus ist erst mal platt oder wenigstens klein gehalten gemacht werden muss um seinen eigenen Scheiß zu bringen.

      Aber möglicherweise hast Du genau dazu ja genauso eine Mission wie für den pro Russland Feldzug. ;)

      Wäre ja katastrophal für die Schweiz wenn man Banken gar nicht mehr bräuchte, aber der Gedanke hätte was, denn Gutes haben Banken in der letzten zeit ja nicht gerade produziert dafür eine Krise nach der anderen die vor allem den einfachen Bürger teuer zu stehen kam. Der Schaden den Banken produziert haben in jüngerer Vergangenheit da muss Bitcoin noch lange dran stricken und Geldwäsche ist ja dem konventionellen System nun auch nciht gerade völlig fremd. (besonders in gewissen Ländern) :D
      :bier: Tschüß :bier:

      Sic transit gloria mundi

      kicktipp.de/movie2digital
    • Ich denke das Problem wurde nicht richtig verstanden. Es geht um weit mehr als einen angeblichen Feldzug gegen irgendwas. es geht nur um den Profit, mit verheerenden Folgen.

      Hier mal ein paar Beispiele des Bitcoin Minig, die Unsinnigkeit dieses Systems

      Eine Chinesische Bitcoin Farm
      theregister.co.uk/2014/08/12/c…rms_from_scifi_to_scuzzy/

      Grösste Bitcoin Farm in Russland. Leistungsaufnahme: 4.5 Megawatt. Die Anlage "produziert" 20 Bitcoins pro Tag.


      Die geheimen Goldgräber aus Island 2017 - Doku ARD
      Ein Auszug der Doku. Das Video dauert nur 5 Minuten. Interessantester Teil ist, warum immer mehr Rechenpower benötigt wird.

      Es wird ein Rechnzentrum in Irland gezeigt, mit zig tausenden Grafikkarten, mehr Rechenpower wie der grösste Supercomputer der Welt. Alles nur um virtuelle Bitcoins zu schürfen!


      Die Unabhängigkeit der Finanzwelt, der Banken, ist der einzige sehr grosse Vorteil von Bitcoin, den ich nterstütze, aber das Bitcoin System ist abgesehen davon totaler Schwachsinn.

      Wenn wir auf der Welt immer mehr Energie verbrauchen um virtuelle Bitcoins zu schürfen und immer mehr Menschen mitmachen, alles unaufhaltsam wird, geht uns irgendwann der Saft aus und Treibhausgasreduktion kann man da auch gleich knicken! Es braucht andere Wege.

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    • Interessanter Kommentar gefunden, stells einfach mal rein

      https://community.comdirect.de/t5/Wertpapiere-Anlage/Put-auf-Bitcoin/td-p/28025/page/2 schrieb:

      Nun, inzwischen bin ich seit über 20 Jahren im Internet-Security und Kryptobereich unternehmerisch tätig und habe auch die ersten Schritte des BTC verfolgt, als man noch BTCs geschenkt bekam. Mein kleines Unternehmen gehörte zu den ersten 100, die offiziell BTC akzeptierten.

      Zu der Zeit entsprach ein BTC ca. einem USD. Wir haben es u.a. - wie auch EGold - genutzt, um Zahlungen von Kunden aus Afrika an den horrenden Banküberweisungsgebühren vorbei zu bekommen, wo Kreditkarten u.ä. eh nicht verfügbar war, weil vom Staat regulierte Währungsmärkte.

      Binnen der Zeit hat - wie schon zuvor - keine Kryptoimplementierung dauerhaft überlebt. Quasi jede Verschlüsselungslösung wurde irgendwann erfolgreich kompromittiert. Bei der Blockchain kommt hinzu, daß ein nachträglicher Wechsel auf neue Kryptoverfahren nur sehr eingeschränkt möglich ist - auch wenn derzeit häufig als "problemlos" dargestellt. Es gibt kein "Backup" auf das z.B. eine Bank ihre Bücher zurückspielen könnte, ohne daß enorme Marktverwerfungen und Schäden für Kunden eintreten, die nicht lösbar sind.

      Zudem kenne ich inzwischen eine ganze Menge typischer "Investoren" wie auch Leute, die bei Projekten / Firmen mitarbeiten, die mit BTC-Handel Geld verdienen wie auch solche, die andere Kryptowährungen aufgezogen haben.

      Die 80% entsprechen meinem persönlichen Eindruck aufgrund meiner ausführlichen Erfahrungen. Wir nutzen BTC bis heute -nallerdings nicht zur "Wertaufbewahrung" oder gar als Investmentobjekt mit Gewinnzielen sondern allein zur kurzfristigen Zahlungsabwicklung, während der Markt für Alternativen für uns jenseits der Kryptowährungen wächst.

      M.E. steht der extreme Wertzuwachs im Verhältnis zum tatsächlichen Verlustrisiko, wenn nicht sogar noch weit darunter, denn wenn es knallt, wird es absehbar sehr schnell gehen und - wie in solchen Szenarien nicht unüblich - schneller gehen, als weit über 99,9% der Investoren ihre Felle retten können.

      Der Trick bei Kryptolösungen ist, daß ihr Bruch letztlich nicht deterministisch ist, also jederzeit eintreten kann, heute oder erst z.B. in zwei Jahren. Während sich die Anwender auf die theoretische Sicherheit von mathematischen Algorithmen einschwören, findet sich der Angriffsvektor fast immer in der Implementierung "drumherum". Letztere ist heute wiederum wesentlich komplexer, als die meisten überblicken. Ein halbwegs aktueller Security-Audit wäre daher wiederum nur bedingt möglich.

      Bisher haben mich meine Einschätzungen zu technischen Entwicklungen nie wesentlich getäuscht. Und ich würde auch hierzu Wetten eingehen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von _Mayday_ ()